Ge­walt­prä­ven­ti­on in der Schu­le

Eine ge­walt­freie Schu­le ist das Er­geb­nis ei­ner ge­mein­sa­men Hal­tung und ei­nes kon­se­quen­ten Han­delns al­ler Be­tei­lig­ten. Wenn Schü­le­rin­nen und Schü­ler, El­tern so­wie das ge­sam­te Schul­per­so­nal ver­trau­ens­voll zu­sam­men­ar­bei­ten, kann ein re­spekt­vol­les und si­che­res Lern­um­feld wach­sen und be­stehen.
Un­se­re Schu­le po­si­tio­niert sich klar: Wir ver­fol­gen eine kon­se­quen­te Null-To­le­ranz-Hal­tung ge­gen­über je­der Form von Ge­walt – ein­schließ­lich Ras­sis­mus, Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung.

Un­ser Ziel ist eine Schul­ge­mein­schaft, in der Viel­falt als Stär­ke ver­stan­den wird, in der ge­gen­sei­ti­ger Re­spekt selbst­ver­ständ­lich ist und in der sich je­des Kind si­cher, wert­ge­schätzt und an­ge­nom­men fühlt.

Als Grund­la­ge dient ein in­ner­schu­li­scher Kon­sens über den Um­gang mit Kon­flik­ten und Ge­walt­vor­fäl­len. Ein ab­ge­spro­che­nes Vor­ge­hen mit Kon­flik­ten oder ge­walt­tä­ti­gen Über­grif­fen durch die Ent­wick­lung ei­nes Re­gel­sys­tems, von Wer­ten und Nor­men, in Zu­sam­men­ar­beit mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern, trägt zum Ver­ständ­nis und der Not­wen­dig­keit bei, Re­geln im Um­gang mit­ein­an­der fest­zu­le­gen.

Jeg­li­che Vor­fäl­le wer­den we­der be­schö­nigt noch her­un­ter­ge­spielt. Eine sorg­fäl­ti­ge Auf­ar­bei­tung ist zur Auf­klä­rung des Vor­falls, sei­ner Ur­sa­chen und Fol­gen er­for­der­lich und wirkt lang­fris­tig ge­walt­prä­ven­tiv.

Prä­ven­ti­ons­ar­beit

In den ein­zel­nen Klas­sen wer­den Re­geln, Rech­te und Pflich­ten be­spro­chen. In vor­bild­li­cher Wei­se sen­si­bi­li­siert und the­ma­ti­siert das Klas­se2000 Pro­jekt, das seit 2008 auf­bau­end in al­len Klas­sen durch­ge­führt wird, die­se The­ma­tik. Es wer­den u. a. Mo­du­le zum Um­gang mit Wut, Är­ger und Ge­walt durch­ge­führt.

Zwei an der Schu­le tä­ti­ge So­zi­al­ar­bei­te­rin­nen/So­zi­al­päd­ago­gin­nen (Dipl./M.A.) un­ter­stüt­zen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in ih­rem schu­li­schen All­tag. Sie sind auch in den Be­rei­chen Ge­walt­prä­ven­ti­on, Kon­flikt­lö­sungs­stra­te­gien, Anti-Mob­bing-Me­tho­den, Ers­te Hil­fe für men­ta­le bzw. psy­chi­sche Ge­sund­heit so­wie stär­ken­ori­en­tier­te So­zia­le Ar­beit qua­li­fi­ziert.

Auch die Be­ra­tungs­leh­re­rin steht den Schü­le­rin­nen und Schü­lern bei Pro­ble­men und Vor­fäl­len als An­sprech­part­ne­rin zur Ver­fü­gung.

Im Rah­men der Schul­so­zi­al­ar­beit wer­den mit den Kin­dern wich­ti­ge The­men wie Mob­bing, Ras­sis­mus und Aus­gren­zung päd­ago­gisch be­ar­bei­tet. Ein be­son­de­rer Fo­kus liegt da­bei auf der Sen­si­bi­li­sie­rung für ei­ge­ne Ge­füh­le und Be­dürf­nis­se so­wie auf ei­nem re­spekt­vol­len und wert­schät­zen­den Mit­ein­an­der.

Die Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin­nen bie­ten Ein­zel- und Grup­pen­ge­sprä­che an. Durch ge­ziel­te Übun­gen zur För­de­rung der So­zi­al­kom­pe­tenz wer­den die Kin­der da­bei un­ter­stützt, kon­struk­ti­ve Lö­sungs­we­ge zu ent­wi­ckeln. Da­bei wer­den stets alle Be­tei­lig­ten in den Blick ge­nom­men.

Ab der 1. Klas­se sam­meln die Schü­le­rin­nen und Schü­ler prä­ven­ti­ve Er­fah­run­gen, bei­spiels­wei­se durch Ko­ope­ra­ti­ons­spie­le, um ihre Fä­hig­kei­ten zur kon­struk­ti­ven Kon­flikt­be­wäl­ti­gung zu stär­ken.

In der 2. Klas­se ler­nen die Kin­der auch die auf dem Schul­hof in­stal­lier­te Frie­dens­trep­pe ken­nen, die sie im All­tag da­bei un­ter­stützt, Strei­tig­kei­ten ei­gen­stän­dig und fair zu lö­sen.

Für alle 3. Klas­sen fin­det das Prä­ven­ti­ons­pro­jekt Wir zu­sam­men sind Klas­se! statt. Dar­über hin­aus setzt sich be­darfs­ge­recht das In­klu­si­ons­pro­jekt „STOP! KEI­NE AUS­GREN­ZUNG!“ ge­zielt mit den The­men Aus­gren­zung und Ras­sis­mus aus­ein­an­der und un­ter­stützt Klas­sen auch län­ger­fris­tig. Im zwei­ten Schul­halb­jahr der drit­ten Klas­sen wer­den Streit­schlich­te­rin­nen und -schlich­ter aus­ge­bil­det.

In den 4. Klas­sen be­schäf­ti­gen sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in­ten­siv mit den The­men Mob­bing, Cy­ber­mob­bing und wei­te­ren ak­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen. Dies ge­schieht un­ter an­de­rem durch An­ge­bo­te des Prä­ven­ti­ons­teams der Po­li­zei­in­spek­ti­on Cel­le so­wie durch ein pro­fes­sio­nell an­ge­lei­te­tes Trai­ning.

Im Klas­sen- und Schü­ler­rat ler­nen alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler u.a., Ver­ant­wor­tung für sich selbst und die Ge­mein­schaft zu über­neh­men.

In­ter­ven­ti­ons­maß­nah­men

Bei Vor­fäl­len er­folgt eine ge­mein­sa­me Be­spre­chung im Team de­rer, die mit den be­tref­fen­den Kin­dern ar­bei­ten, um ein ab­ge­stimm­tes Vor­ge­hen zu ge­währ­leis­ten. Ge­mein­sam wer­den pas­sen­de Me­tho­den aus der so­zia­len Grup­pen­ar­beit und der Ein­zel­fall­ar­beit dis­ku­tiert, aus­ge­wählt und um­ge­setzt. In aku­ten Kri­sen gibt es eine so­for­ti­ge In­ter­ven­ti­on. Soll­te eine Schü­le­rin oder ein Schü­ler in ei­ner es­ka­lie­ren­den Si­tua­ti­on Un­ter­stüt­zung be­nö­ti­gen, be­steht die Mög­lich­keit der Her­aus­nah­me des Kin­des aus der Grup­pe. Die Schü­le­rin oder der Schü­ler er­hält dann im Ein­zel­kon­takt mit ei­ner Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin Raum zur Be­ru­hi­gung, Re­fle­xi­on so­wie der Er­ar­bei­tung ei­nes an­ge­mes­se­nen Ver­hal­tens.

Bei un­an­ge­mes­se­nem Ver­hal­ten ei­nes Kin­des ar­bei­ten Schu­le und Er­zie­hungs­be­rech­tig­te ge­mein­sam dar­an, po­si­ti­ve Ver­än­de­run­gen zu un­ter­stüt­zen und an­ge­mes­se­ne Ver­hal­tens­wei­sen zu stär­ken.

Ge­ge­be­nen­falls an­zu­wen­den­de Er­zie­hungs­mit­tel und Ord­nungs­maß­nah­men (§ 61 NSchG) wer­den so ge­wählt, dass sie sich als lo­gi­sche und so­zia­le Fol­gen aus dem Fehl­ver­hal­ten er­ge­ben und der Schü­le­rin oder dem Schü­ler die Mög­lich­keit des Aus­gleichs an­ge­bo­ten wird; so wird ne­ben dem Bei­stand für das be­trof­fe­ne Kind die Mög­lich­keit der so­zia­len Wie­der­gut­ma­chung er­mög­licht. Die­se wird auf ihre Ein­hal­tung über­prüft, und ein zeit­nah ge­führ­tes, aus­wer­ten­des Ge­spräch dazu schließt die Auf­ar­bei­tung ab.

Im Fall von Mob­bing-In­ter­ven­ti­on wird die Me­tho­de No Bla­me Ap­proach an­ge­wen­det, um be­reits An­sät­ze von Mob­bing un­ter Schü­le­rin­nen und Schü­lern zeit­nah und nach­hal­tig zu be­en­den. Die Be­son­der­heit des An­sat­zes liegt dar­in, dass auf Schuld­zu­wei­sun­gen und Be­stra­fun­gen ver­zich­tet wird. Statt­des­sen hel­fen Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit, um das Mob­bing zu be­en­den. Der Blick ist durch­ge­hend dar­auf aus­ge­rich­tet, kon­kre­te Ideen zu ent­wi­ckeln, um eine bes­se­re Si­tua­ti­on für das von Mob­bing be­trof­fe­ne Kind zu er­rei­chen und das Mob­bing zu stop­pen. An der Grund­schu­le Klein Heh­len wird dies mit der Be­glei­tung des be­trof­fe­nen Kin­des in der so­zi­al­päd­ago­gi­schen Selbst­wert-Werk­statt und ei­nem Aus­tausch mit den Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten ver­bun­den.

Ab­schlie­ßend

Ge­walt ist all­ge­gen­wär­tig und viel­schich­tig. Ge­walt wird kul­tu­rell wie auch al­ters- und ge­schlech­ter­spe­zi­fisch un­ter­schied­lich aus­ge­übt, er­lebt und ver­ar­bei­tet.

Ziel der Grund­schu­le Klein Heh­len ist ge­mein­sam mit den uns an­ver­trau­ten Kin­dern ei­nen fried­li­chen und ge­walt­frei­en Um­gang mit­ein­an­der zu er­ar­bei­ten und zu le­ben.